Sind wir nicht alle ein bisschen…BoBo?

Nein, sind wir nicht! Aber Moment mal! BoBos?
– Bourgeois Bohemiens!
Eine bestimmte gesellschaftliche Gruppe im 21. Jahrhundert. Das Kunstwort BoBo konstruierte ein gewisser David Brooks (in seinem Buch „Die Bobos“) aus den scheinbaren Gegensätzen Bourgeois (bürgerlich) und Bohemian (Künstler). Nach seiner Definition sind BoBos “die neue Elite des Informationszeitalters” (by the way: Mittlerweile gibt es auch die wesentlich symphatischeren DiBos = Digital Bohemians, die ihre sozialen Kompetenzen im WWW ausleben, indem sie kostenlos Weblogs und Wikipedia-Einträge für die Massen produzieren), ihr Lebensstil führe zusammen, was bisher als unvereinbar galt: Reichtum und Rebellion, beruflicher Erfolg und eine nonkonformistische Haltung, das Denken der Hippies und der unternehmerische Geist der Yuppies. [Danke, Andrea Dusl, für diese aussagekräftige Definition!] BoBos erkennt man auch an ihrem ausgeprägten Individualismus und ihrem Hang zu teuren Modeartikeln.

Konkret in Österreich/Wien schaut das so aus: Curry-Kokos-Suppen und Grande Macchiatos nachmit-TÄGLICH (WIE zum Teufel ist das möglich?) am Naschmarkt oder am Yppenplatz (Vorsicht! Neue BoBo-Zone!), aufgeklappte Laps in beliebten Style-Lokalen, die seinen BoBo-Kunden gratis WLAN zur Verfügung stellen; man sieht/hört sie dann NICHT ihrer Arbeit nachgehen, sondern vielmehr, wie sie sich kichernd via Skype mit ihren bei Wochenendtrips nach Rom, Barcelona, Madrid oder sonstwohin neu gewonnenen BoBo-Freunden aus aller Welt darüber unterhalten, wo sie demnächst gemeinsam ihre Kaffees schlürfen könnten (Wer hat, der hat!).

BoBos wählen die Grünen (Natur!) und wohnen laut [BoBo-]FALTER (Dusl) in Bobograd (Leopoldstadt), Bobopol (Josefstadt), Boboville (Neubau und Mariahilf) und im Boboais (Wieden und Margareten) – anders gesagt: Jene Bezirke gelten den BoBos als ideal-attraktive Plätze, die für deren Entfaltung und Erhaltung ihrer Kreativität und ihre Individualität wichtig sind. WO aber ist die Individualität geblieben, wenn die BoBos wie Pilze aus diesem gedeihlichen Boden sprießen – auf dem sonst kein Grün mehr wachsen kann/will. Aber immerhin das, denken Sie sich vielleicht! Das natürliche Grün wird ja leider in diese Bezirke nicht mehr zurückkehren, denn da regieren bis in alle Ewigkeit dekadent eingerichtete Eigentumswohnungen, hippe Lokale und Modeshops mit arrogantem Verkaufspersonal!
Auch ich habe einen Lap, lebe im 7. und lese hin und wieder diese BoBo-Wochenzeitungen, bin aber mit Sicherheit dieser Gruppe nicht zugehörig!

BoBos nerven!

Ps.: Mit bestem Dank an BeBa/BaBe (Beloved Babsi/Babsi Beloved) !!! 😉

2 Kommentare


  1. ich hab den original falter (in papier) davon zuhause

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  2. I LOVE U 😉
    grtz v. babe (was für ne nette abkürzung, ich hoffe aber dass sie im blogland bleibt 🙂

    obwohl ich schon immer ein babe sein wollte 🙂

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