Etappe 11: Hontanas – Boadillo del Camino (29 km)

Die heutige Etappe war ein Kinderspiel! Gestern habe ich noch geflucht und getobt, heute fuehle ich mich wieder gut.
Ich bin fast 20 km mit dem Taxi gefahren – shame on me… Diesen Luxus war ich meinen Fueszen schuldig. Ein weiterer Luxus war es als Erste des Tages das Herbergsbett zu beziehen: Ich habe mich wohlweislich fuer das untere Lager eines Stockbettes entschieden – man glaubt es kaum wie muehsam und beschwerlich es sein kann, mit derartig beanspruchten Fueszen eine Stockbettleiter (wenn ueberhaupt vorhanden…) zu erklimmen 🙂
Die Taxifahrt war auch ein richtiges Erlebnis: Der schnapsnasige Taxler (keine Sorge, Mama, er war eh nuechtern) hat mir gleich mal schoene Augen gemacht und wollte wissen, ob alle Oesterreicherinnen so huebsch aussehen wuerden 🙂 Zum Abschied hat er mir links und rechts Kuesschen auf die Wangen gedrueckt. In der Taverne zuvor wurde sogar ein Strausz-Walzer aufgelegt, als der Wirt erfahren hat, dass Austriacas unter den Gaesten sind. Ein geniales Wirtshaus war das, in dem sogar King of Brasilian literature Paulo Coelho himself seinereits Station gemacht hat. Nicht ohne Stolz praesentiert der Wirt die zahlreichen gemeinsamen Fotos an der Wand.
Zurueck zur Taxifahrt: So wurde ich also durch die unendlichen Weiten der Meseta, der spanischen Hochebene, die im Sommer – ergo JETZT – ein richtiger Glutofen werden kann, kutschiert, und habe mich irgendwie drueber gefreut, diese Strecke nicht gehen zu muessen. Weit und breit nichts als Felder sowie Straszen und Wege, die einfach kein Ende nehmen wollen. Man kann sich diese Eintoenigkeit, dieses Gefuehl, sich im Nirgendwo zu befinden, vielleicht ganz gut anhand des Wiener Telefonweges (22. Bezirk) vorstellen – man potenziere das Ganze einfach „nur“ hoch 1000…

2 Kommentare


  1. hy mausi!

    ich bins wieder, einer deiner grössten bewunderer und glühendste verfolgerin des blog. (mittlerweile weiss ich sogar, dass man blog nur mit einem „g“ schreibt!)

    hatte selber einen scheiss tag gestern, bekam nix (für meine begriffe ist ein kartoffel mit gemüse zu mittag und eine suppe am abend nix) zu essen, hatte massive kopfschmerzen, die dann zu übelkeit und erbrechen geführt haben.

    alles dinge, die dir nicht unbekannt sind. es ist mir ehrlich ein rätsel, wie du das alles schaffst. aber du bist stärker als wir alle – und vor allem DU SELBER – denkst!!!

    geh weiter deinen weg!
    viele bussi
    deine dich liebende schwester
    nina

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  2. Hi Süße!

    Habe gerade eine super-spannende Stunde in deinem Blog verbracht. (Bin nach sehr intensiven ersten Juni-Tagen leider erst jetzt dazu gekommen.) Was soll ich sagen: Grenzgenial! Endlich mal etwas, das wie echtes Leben klingt und sich nicht nach tristessen Wohlstandsverwahrlosungs-Troubles anhört. Faszinierend nachzuvollziehen, wie du mit jedem Tag, mit jeder Etappe, deine Grenzen ausweitest. Was glaubst du, wie superstark du zurückkommen wirst… ich freu mich auf dich; davor aber noch auf weitere Berichte… wünsch dir Gelassenheit, Klarheit und alles alles Liebe

    Petra

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